Berichte & Fotos

Bürgerversammlungen im Februar 2019

Foto: Sabine Adelwarth

Kinder sind etwas Schönes und wer freut sich nicht, über die steigenden Geburtenzahlen. Davon profitieren die einzelnen Kommunen, aber stellt auch so manche Gemeinde vor neue Herausforderungen. Wie in Breitenbrunn, da sind die Zahlen „wahrhaftig explodiert“, wie es Bürgermeister Jürgen Tempel auf den drei Bürgerversammlungen der Gemeinde Breitenbrunn wohl nicht treffender formulieren hätte können. Ein Blick auf die Zahlen der Neugeborenen bis Dreijährigen hat sich nämlich im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. 2014 waren es noch knapp 60 Kinder und 2016 wurde erstmals die 80er Zahl geknackt. Letztes Jahr übertraf jedoch alle Erwartungen und insgesamt 120 Kinder sind in dem Alterszeitraum registriert worden. „Diese Entwicklung ist in allen drei Ortsteilen spürbar“, so der Bürgermeister. Erst letztes Jahr wurde der Breitenbrunner Kindergarten um einen weiteren Gruppenraum und damit 15 Plätze erweitert. „Hätte ich das gewusst, dann hätten wir gleich um 50 Plätze vergrößert.“ In der Gemeinde haben damit 100 Kindergartenkinder in den drei Kindergärten einen Platz. Dazu kommen noch 15 Krippenplätze. „Wir sind nach einer guten Lösung bemüht und werden auch dieser Lage gerecht werden und meistern“, versichert der Rathauschef, der sich gleichzeitig über die geburtenreiche Entwicklung freut.

Die Einwohnerzahlen liegen im gleichbleibenden Trend. Die Nachfrage an Bauland ist ungebremst hoch und in Breitenbrunn hat man bereits ein Grundstück gekauft. „Vermutlich können dort zehn bis elf Bauplätze entstehen.“

Einen detaillierten Einblick in die Finanzwelt bekamen die interessierten Bürger. Die Pro-Kopf-Verschuldung bei 2340 Einwohner liegt bei 1063,75 Euro und ist damit leicht gestiegen. „Ich halte die Verschuldung nicht bedenklich. Wer investiert, der muss auch bezahlen. Das kriegen wir wieder in den Griff“, machte Tempel deutlich und die Gemeinde hat viel für ihre Bürger getan, was die Ausgaben im Haushaltsplan ersichtlich machte. Allein die Breitbandversorgung schlug mit über 730000 Euro zu Buche und auch das Feuerwehrauto für Bedernau kostete über 200000 Euro. Die Sanierung der Gemeindestraßen in Fürbuch und Korb, der Erweiterungsbau des Kindergartens, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, Bachräumungen der Biberdämme und Altlastensanierung Loppenhausen waren die größten Ausgaben im Jahr. „Die Haushaltsüberschreitungen lagen nur im geringen Rahmen“, freute sich der Rathauschef. Für Jürgen Tempel besonders ärgerlich seien die Erneuerungen und Sanierungen der Verkehrsschilder gewesen. „Es verging fast keine Woche, wo nicht irgendwas mit einem Verkehrsschild war.“ Er appellierte an die Bürger darauf zu achten und schnellstmöglich Bescheid zu geben, wenn etwas kaputt sein sollte oder fehlt. „Das erspart uns eine Menge Arbeit.“

Im letzten Jahr mussten weitere Kredite aufgenommen werden. „Wir sind aber durch die Rückzahlung einiger Verpflichtungen in einem guten Rahmen geblieben“, so Tempel bei seinen Ausführungen. Der Schuldenstand ist von 2,2 Millionen Euro auf knapp 2,5 Millionen Euro angestiegen.

Schon seit Jahrzehnten ist der Gemeinde die Jugendarbeit und Unterstützung der Vereine eine Herzenssache. Bei den Vereinen sind insgesamt 354 jugendliche Mitglieder gemeldet. „Ohne Kindergarten und Schule lag die Förderung im Bereich Kinder und Jugend im Durchschnitt bei 50,38 Euro je Kind“, so Tempel und lobte im selben Atemzug die vorbildliche Jugendarbeit der Vereine.

Auch einen Blick auf das Kommende ließ das Gemeindeoberhaupt zu. Um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schützen, möchte die Gemeinde eine Solaranlage für die Naturtherme Bedernau errichten und auch Seillampen im Bereich der Molkereistraße Loppenhausen sollen gegen eine moderne LED-Straßenbeleuchtung ersetzt werden. „Die neue LED-Technik in der Gesamtgemeinde ist aktiver Klimaschutz und wir sparen uns bis zu 53 Prozent“, rechnet Tempel vor.

Die B16 nördlich von Loppenhausen wird neben eines Fahrbahnteilers auch bis zur Landkreisgrenze komplett saniert. Dadurch werden gefährliche Kurvenradien entschärft.

Zweiter Bürgermeister Erwin Hefele und Vorsitzender des Wasserzweckverbandes berichtete anschließend von einem arbeitsreichen Jahr mit anschaulichen Bildern. „Wir hatten letztes Jahr Wasserrohrbrüche an Hauptwasserleitungen.“ Knapp 40000 Euro musste der Wasserzweckverband durch Investitionen stemmen. „Wir wissen einfach nicht, was unter dem Boden so alles schlummert“, machte Erwin Hefele deutlich. Der Wasserverbrauch hat sich stabilisiert. Die Wasserverluste seien jedoch mit über 20 Prozent gestiegen. In den beiden Vorjahren lag der Verlust noch bei acht Prozent. Durch den Straßenneubau der Kreisstraße durch Bedernau und den zahlreichen Rohrbrüchen beläuft sich der Schuldenstand auf 232214 Euro.

Bei den einzelnen Versammlungen gab es bei der anschließenden Aussprache einige Nachfragen und lokale Bemerkungen. Josef Stegmann wollte wissen, ob im Bereich des Gasthauses „Neue Welt“ in Bedernau ein Spiegel angebracht werden könnte. Durch die Stützmauer sei die Sicht stark eingeschränkt, wenn man westlich durch den Ort kommt und links Richtung Breitenbrunn abbiegen möchte. Bürgermeister Tempel versprach, dran zu bleiben.

In Breitenbrunn blieb es bei der Diskussionsrunde sogar ganz ruhig und der Rathauschef nutzte die Zeit, um sich für die fast abgelaufene Amtsperiode bei allen zu bedanken. „Es war ein interessanter Lebensabschnitt und ich habe viel gelernt, besonders Geduld“, schmunzelte er. Jürgen Tempel ließ sich dabei nicht in die Karten schauen, ob er für die Kommunalwahl 2020 wieder als Bürgermeister kandidiere.

Text: Sabine Adelwarth

Neujahrsempfang der Gemeinde am 08.01.2019

Immer am Anfang des Jahres lädt die Gemeinde Breitenbrunn alle ehrenamtlichen Helfer in den Vereinen und Institutionen zum Neujahrsempfang ein. Immer im Wechsel in den drei Ortsteilen – dieses Jahr war Bedernau an der Reihe. Lob, Dank und Anerkennung gehören dabei fest zum Programm, genauso wie im Anschluss eine leckere Brotzeit.

Bürgermeister Jürgen Tempel berichtete von einem guten Jahr. „Allein 113 Einträge waren im Kalender der Gemeinde zu finden– und dabei waren so Dinge wie Fußballspiele noch gar nicht dabei“, sagte der Rathauschef in die Runde und fügte gleichzeitig an: „So aktiv wie wir hier sind, ist es nicht verwunderlich, dass wir als Gemeinde attraktiv dastehen“. Der Bauplatzboom sei weiterhin ungebremst hoch, was Bürgermeister Tempel besonders freute. „Wir brauchen junge Leute und sie fügen sich gut in unsere Gemeinschaft ein“, würdigte er.

Bevor es zur Abstimmung der verschiedenen Termine der Vereine kam (siehe Infokasten), appellierte das Gemeindeoberhaupt, dem Flexibus, der seit Oktober eingeführt wurde, auch mal auszuprobieren. „Ich selbst habe es schon von meinem Wohnort Egelhofen nach Breitenbrunn versucht und es funktionierte einwandfrei. Da kann man dann auch mal ein oder zwei Bier‘le trinken und hat wegen Heimfahren kein Problem mehr.“ 69 gebuchte Fahrten waren im ersten Monat bereits zu verzeichnen.

Danach gab beim gemeinsamen Abendessen genug Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, was die Anwesenden gerne nutzten. Text: Sabine Adelwarth